Dienstag, 24. April 2012

Mein Fernseher - der Zeitdieb - und ich

Wenn man sich so die Fernsehlandschaft ansieht, läuft dort ziemlich viel Quatsch. Aber ich gebe zu, dass ich doch hin und wieder gerne bei Quizshows mitrate, einige Serien verfolge und auf meine allerliebste Daily-Soap nicht verzichten möchte. Gott sei dank habe ich es mir schon abgewöhnt, den Fernseher nebenbei laufen zu lassen, wenn ich beispielsweise aufräume, irgendetwas vorbereite oder wie jetzt blogge. Stattdessen höre ich lieber Radio oder eine schöne CD.
Denn ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich beim Aufräumen mit einem Pulli in der Hand einfach vor dem Fernseher stehengeblieben bin und mir Menschen mit mittelschweren Problemen angesehen habe. Es dauert dann ja auch gut und gern einige Minuten - meist bis zur nächsten Werbung - bis man sich ernsthaft fragt: Musste das denn jetzt sein? So wurde mir langsam klar, dass mein Fernseher immer wieder zu einem Zeitdieb wurde. Und wenn es manchmal nur ein paar Minuten waren, konnten auch ab und zu ein oder zwei Stunden verstreichen, bevor ich mich wieder wirklich mit etwas anderem beschäftigt habe. Und die Zeit kam mir irgendwie verschwendet vor.
Deshalb schaue ich jetzt etwas bewusster fern und meide die allseits bekannten HarzIV-Nachmittage komplett. Bei den meisten Sendungen, die ich mir heute ansehe, reicht es überwiegend aus, wenn ich ihnen nur zuhöre. Ich habe mir also überlegt, dass ich gern etwas Sinnvolles machen würde, während ich fernsehe. Irgendetwas, damit ich die Zeit vor dem Fernseher nicht nur mit fernsehen verbringe. Und ich habe tatsächlich das Richtige für mich gefunden und zwar das Häkeln, das ich mir selbst mit einem Buch beigebracht habe. Ja, ich bin Mitte 20 und mache genau das, was Omis gern machen. Aber es ist tatsächlich sehr entspannend, während einer Folge "Wer wird Millionär" zwischen einem Haufen Wollknäuel zu sitzen und zu häkeln. So hat man wenigstens nach dieser Stunde etwas in der Hand, das man selbstgemacht hat und die Zeit fühlt sich nicht vertan an. Auch wenn ich jetzt mittlerweile schon genügend Topflappen für den Rest meines Lebens gehäkelt habe, finde ich es wirklich gut. Mein neustes Projekt ist eine Granny-Square-Decke, für die ich jetzt ganz viele kleine Vierecke häkle. Mir gefallen solche Decken nämlich wirklich gut, aber sie sind ziemlich teuer, wenn man sie neu kauft. Und ich habe es noch nie besonders eingesehen, für etwas Geld auszugeben, das ich auch allein machen kann. Ich habe zwar erst drei Vierecke fertig und so eine Decke sollte aus circa 160 bestehen, aber die nächste Folge "Wer wird Millionär" kommt ja sicher :-)
Und was macht ihr so beim Fernsehen? Oder konntet ihr es schon aufgeben?

8 Kommentare:

  1. Sehr vernünftig, ohne Frage ;)
    Ich bin glücklicherweise noch nie so wirklich abhänig vom Fernsehen gewesen - dafür bin ich absolut süchtig nach Radio hören, ohne geht einfach nicht!
    Übrigens finde ich häkeln überhaupt nicht Omihaft und diese Decken phänomenal!

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    1. Ach, wie schön, dass noch jemand auf Häkeln steht. Seitdem ich häkle (quasi seit Ostern), werde ich dafür ziemlich oft ausgelacht, wenn ich es den Leuten in meinem Umfeld erzähle. Mir ist es egal. Es macht mir Spaß und das ist für mich die Hauptsache - und dass ich irgendwann eine schöne Decke habe :-)

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    2. Ach, die Leute haben eben keine Ahnung! Ich hab früher schon gehäkelt, aus Frust, weil ich als wir in der Schule Stricken gelernt haben das einfach nicht hinbekommen hab'. Deshalb hab ich angefangen zu häkeln, und das macht wirklich Spaß :)

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    3. in der Schule wollten sie mir das Stricken beibringen. Ich konnte es nicht, weil ich irgendwie beidhändig bin. Ich schreibe mit rechts und schneide mit links. Und beim Stricken konnte ich mich nicht entscheiden. Deshalb konnte ich das überhaupt nicht :-)

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    4. Das ist wenigstens mal eine ordentliche Entschuldigung - ich hingegegen bin schlichtweg unbegabt :-D

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    5. Man muss ja auch nicht alles können :-)

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  2. Das Fernseh-Problem hab ich auch, es ist wirklich furchtbar ihn nebenher laufen zu lassen, weil man da einfach zu nichts kommt und man am Ende ja doch vor dem Fernseher hängen bleibt. Da ich keine Lieblingsserie hab, habe ich mir angewöhnt den Fernseher immer erst abends anzumachen, um Filme zu schauen oder einfach etwas unterhalten zu werden. Aber Häkeln find ich eigentlich ziemlich gut. Man kann sich selbst einen Schal häckeln oder so eine kleine Handy-Socke oder eben eine Decke :)

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    1. Vor allem ist es beim Häkeln auch relativ einfach, zwischendurch mal aufzuhören, um wirklich zum Fernseher zu schauen (wenn etwas Spannendes passiert). Ich habe eine Zeit lang Hausarbeiten für die Uni geschrieben, während der Fernseher lief und man konnte immer lesen, an welchen Stellen ich abgelenkt war, weil die Sätze einfach keinen Sinn machten.
      Selbst wenn man mehr häkelt als man gebrauchen kann: Dann gibt es zu Weihnachten eine Runde Topflappen für alle ;-)

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