Ich gebe zu, dass ich ein großer Fan von Tim Burton bin. Und zwar, seitdem ich zum ersten Mal "Edward mit den Scherenhänden" gesehen habe. Seine Geschichten um die Figuren, die aus ganz verschiedenen Gründen nicht in die Welt passen, in der sie leben, sind immer wieder wunderschön anzusehen und häufig sehr tragisch. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob es um Ed Wood, Jack Skeleton, Alice, Benjamin Barker oder eben Edward geht.
Doch der gute Herr Burton versteht sich nicht nur darauf, uns in seinen Filmen mit in bunte, bizarre, traurige, bezaubernde, weit zurückliegende Welten mitzunehmen, er kann noch viel mehr, was er mit seinem Werk "Das traurige Ende des Austernjungen und andere Geschichten" (Quadringaverlag) mehr als einmal beweist.
Aus diesem Grund möchte ich euch das Buch vorstellen und sehr ans Herz legen.
Auf gerade einmal 121 Seiten erzählt Tim Burton 23 kleine Geschichten von Charakteren, die ausgestoßen werden oder sich in tragischen Liebesgeschichten befinden. So können die Eltern des titelgebenden Austernjungen nicht damit leben, dass ihr Kind so ganz anders ist als andere Kinder und es für die Lösung all ihrer Probleme nötig ist, dem Jungen ein unglaublich trauriges Ende zu bescheren (mehr sei nicht verraten ;-)). Und eine Geschichte, die davon handelt, dass sich ein Stöckchen in ein Zündholz verliebt, kann beinahe nicht gut enden.
Tim Burton zeigt die Wesen, die er eigentlich immer zeigt: die Ausgestoßenen, die Anderen, die Traurigen, die auf ihre Weise Schönen, die Unglücklichen, die hoffnungsvoll Hoffnungslosen.
Einige Geschichten umfassen gerade einmal eine Seite, andere sind deutlich länger. Manche Charaktere bekommen an einer anderen Stelle im Buch eine Fortsetzungsgeschichte, was mir sehr gefällt. Deshalb gehören diese Geschichten, neben der von Hinrich, dem garstigen Pinguin, auch zu meinen Lieblingsgeschichten.
Zu allen Geschichten gibt es Illustrationen, die mich sehr an Burtons Stop-Motion-Filme erinnert haben - mit einem Schuss Sleepy Hollow dazu. Die Bilder und der Text passen fabelhaft zusammen. Sie sind teils ganz in schwarz/weiß gehalten, manchmal wird sparsam mit der Farbe umgegangen, manche sind hingegen sehr bunt, ganz wie Burtons Filme und die jeweilige Geschichte, die sie zieren.
Bei diesem Buch ist es schwierig, es mit nur einem Wort zu beschreiben. Deshalb bezeichne ich es so, wie ich die meisten Filme von ihm bezeichnen würde: meisterhaft. Aber mir ist auch klar, dass Tim Burtons Stil nicht zu denen gehört, die alle mögen. Manche finden seine Werke wunderschön, andere nur abgedreht.
Aber wer sich gern für einige Augenblicke (länger braucht es nicht, bis man eine Geschichte beendet hat), mit in eine Welt nehmen lassen möchte, die man doch irgendwie versteht, obwohl sie so fern vom Vorstellbaren ist, der ist hier gut aufgehoben.
Denn eine Welt, in der sich ein Stöckchen und ein Zündholz verlieben, ist so, wie die Welt draußen: großartig & tragisch. Und das beides gleichzeitig.
Donnerstag, 26. April 2012
Dienstag, 24. April 2012
Mein Fernseher - der Zeitdieb - und ich
Wenn man sich so die Fernsehlandschaft ansieht, läuft dort ziemlich viel Quatsch. Aber ich gebe zu, dass ich doch hin und wieder gerne bei Quizshows mitrate, einige Serien verfolge und auf meine allerliebste Daily-Soap nicht verzichten möchte. Gott sei dank habe ich es mir schon abgewöhnt, den Fernseher nebenbei laufen zu lassen, wenn ich beispielsweise aufräume, irgendetwas vorbereite oder wie jetzt blogge. Stattdessen höre ich lieber Radio oder eine schöne CD.
Denn ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich beim Aufräumen mit einem Pulli in der Hand einfach vor dem Fernseher stehengeblieben bin und mir Menschen mit mittelschweren Problemen angesehen habe. Es dauert dann ja auch gut und gern einige Minuten - meist bis zur nächsten Werbung - bis man sich ernsthaft fragt: Musste das denn jetzt sein? So wurde mir langsam klar, dass mein Fernseher immer wieder zu einem Zeitdieb wurde. Und wenn es manchmal nur ein paar Minuten waren, konnten auch ab und zu ein oder zwei Stunden verstreichen, bevor ich mich wieder wirklich mit etwas anderem beschäftigt habe. Und die Zeit kam mir irgendwie verschwendet vor.
Deshalb schaue ich jetzt etwas bewusster fern und meide die allseits bekannten HarzIV-Nachmittage komplett. Bei den meisten Sendungen, die ich mir heute ansehe, reicht es überwiegend aus, wenn ich ihnen nur zuhöre. Ich habe mir also überlegt, dass ich gern etwas Sinnvolles machen würde, während ich fernsehe. Irgendetwas, damit ich die Zeit vor dem Fernseher nicht nur mit fernsehen verbringe. Und ich habe tatsächlich das Richtige für mich gefunden und zwar das Häkeln, das ich mir selbst mit einem Buch beigebracht habe. Ja, ich bin Mitte 20 und mache genau das, was Omis gern machen. Aber es ist tatsächlich sehr entspannend, während einer Folge "Wer wird Millionär" zwischen einem Haufen Wollknäuel zu sitzen und zu häkeln. So hat man wenigstens nach dieser Stunde etwas in der Hand, das man selbstgemacht hat und die Zeit fühlt sich nicht vertan an. Auch wenn ich jetzt mittlerweile schon genügend Topflappen für den Rest meines Lebens gehäkelt habe, finde ich es wirklich gut. Mein neustes Projekt ist eine Granny-Square-Decke, für die ich jetzt ganz viele kleine Vierecke häkle. Mir gefallen solche Decken nämlich wirklich gut, aber sie sind ziemlich teuer, wenn man sie neu kauft. Und ich habe es noch nie besonders eingesehen, für etwas Geld auszugeben, das ich auch allein machen kann. Ich habe zwar erst drei Vierecke fertig und so eine Decke sollte aus circa 160 bestehen, aber die nächste Folge "Wer wird Millionär" kommt ja sicher :-)
Denn ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich beim Aufräumen mit einem Pulli in der Hand einfach vor dem Fernseher stehengeblieben bin und mir Menschen mit mittelschweren Problemen angesehen habe. Es dauert dann ja auch gut und gern einige Minuten - meist bis zur nächsten Werbung - bis man sich ernsthaft fragt: Musste das denn jetzt sein? So wurde mir langsam klar, dass mein Fernseher immer wieder zu einem Zeitdieb wurde. Und wenn es manchmal nur ein paar Minuten waren, konnten auch ab und zu ein oder zwei Stunden verstreichen, bevor ich mich wieder wirklich mit etwas anderem beschäftigt habe. Und die Zeit kam mir irgendwie verschwendet vor.
Deshalb schaue ich jetzt etwas bewusster fern und meide die allseits bekannten HarzIV-Nachmittage komplett. Bei den meisten Sendungen, die ich mir heute ansehe, reicht es überwiegend aus, wenn ich ihnen nur zuhöre. Ich habe mir also überlegt, dass ich gern etwas Sinnvolles machen würde, während ich fernsehe. Irgendetwas, damit ich die Zeit vor dem Fernseher nicht nur mit fernsehen verbringe. Und ich habe tatsächlich das Richtige für mich gefunden und zwar das Häkeln, das ich mir selbst mit einem Buch beigebracht habe. Ja, ich bin Mitte 20 und mache genau das, was Omis gern machen. Aber es ist tatsächlich sehr entspannend, während einer Folge "Wer wird Millionär" zwischen einem Haufen Wollknäuel zu sitzen und zu häkeln. So hat man wenigstens nach dieser Stunde etwas in der Hand, das man selbstgemacht hat und die Zeit fühlt sich nicht vertan an. Auch wenn ich jetzt mittlerweile schon genügend Topflappen für den Rest meines Lebens gehäkelt habe, finde ich es wirklich gut. Mein neustes Projekt ist eine Granny-Square-Decke, für die ich jetzt ganz viele kleine Vierecke häkle. Mir gefallen solche Decken nämlich wirklich gut, aber sie sind ziemlich teuer, wenn man sie neu kauft. Und ich habe es noch nie besonders eingesehen, für etwas Geld auszugeben, das ich auch allein machen kann. Ich habe zwar erst drei Vierecke fertig und so eine Decke sollte aus circa 160 bestehen, aber die nächste Folge "Wer wird Millionär" kommt ja sicher :-)
Und was macht ihr so beim Fernsehen? Oder konntet ihr es schon aufgeben?
Ausdrucksstark - leider geil?!
"Scheiße" oder "(leider) geil", das sind wohl die meistgehörten Adjektive, um allerhand Erlebnisse, Personen oder Vorhaben der letzten Zeit zu beschrieben. Ich höre sie überall. Im Radio, im Freundeskreis, in der Familie (wobei es egal ist, ob sie nun von meinem 80-jährigen Opa oder meinem 15-jährigen Cousin stammen).
Extreme Wörter, die durch ihren inflationären Gebrauch vollkommen bedeutungslos geworden sind, denn besser als "geil" geht kaum noch, es sei denn, es ist "richtig geil" - schlimmer als "scheiße" ist nur noch "mega-scheiße". Dazwischen liegt augenscheinlich das große Nichts.
Was ist denn nur mit all den fabelhaften, kleinen Wörtern passiert, die tatsächlich - laut Duden - dazwischen liegen? Kann ein Konzert nicht mehr einfach nur schön sein? Sind Männer nicht mehr gutaussehend? Verhalten sich Menschen dir gegenüber nicht mehr manchmal unfair? Ist das Wetter jetzt gerade nicht eher regnerisch?
Vielleicht machen sich viele nicht mehr die Mühe zu differenzieren. Es scheint ja zu reichen, wenn der andere nur weiß, dass das Erlebte positiv oder negativ wahrgenommen wird. Aber das Schöne an der Differenzierung ist doch, dass das von uns Erlebte sehr viel persönlicher wird. Warum sollten wir denn in der Sprache, mit der wir unsere Persönlichkeit ausdrücken, nur noch auf bedeutungslose Floskeln zurückgreifen? Sind wir vielleicht selbst auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, wo wir doch Stunden damit verbringen, unsere sozialen Netzwerke aufzuhübschen und absolut individuell zu gestalten?
Es ist auf jeden Fall einfacher, die Welt nur aus zwei Adjektiven bestehen zu lassen. Aber einfach kann ja jeder. Und jeder, der eine Postkarte aus dem Urlaub bekommt, weiß sicher mehr damit anzufangen, dass das "Wetter tagsüber warm und sonnig, aber abends angenehm kühl" ist, als dass es "leider geil" ist.
Und sollte jemand diesen Beitrag als "geilen Beitrag zur beschissenen Situation der deutschen Sprache" kommentieren, werde ich wütend mit Duden um mich werfen :-)
Extreme Wörter, die durch ihren inflationären Gebrauch vollkommen bedeutungslos geworden sind, denn besser als "geil" geht kaum noch, es sei denn, es ist "richtig geil" - schlimmer als "scheiße" ist nur noch "mega-scheiße". Dazwischen liegt augenscheinlich das große Nichts.
Was ist denn nur mit all den fabelhaften, kleinen Wörtern passiert, die tatsächlich - laut Duden - dazwischen liegen? Kann ein Konzert nicht mehr einfach nur schön sein? Sind Männer nicht mehr gutaussehend? Verhalten sich Menschen dir gegenüber nicht mehr manchmal unfair? Ist das Wetter jetzt gerade nicht eher regnerisch?
Vielleicht machen sich viele nicht mehr die Mühe zu differenzieren. Es scheint ja zu reichen, wenn der andere nur weiß, dass das Erlebte positiv oder negativ wahrgenommen wird. Aber das Schöne an der Differenzierung ist doch, dass das von uns Erlebte sehr viel persönlicher wird. Warum sollten wir denn in der Sprache, mit der wir unsere Persönlichkeit ausdrücken, nur noch auf bedeutungslose Floskeln zurückgreifen? Sind wir vielleicht selbst auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, wo wir doch Stunden damit verbringen, unsere sozialen Netzwerke aufzuhübschen und absolut individuell zu gestalten?
Es ist auf jeden Fall einfacher, die Welt nur aus zwei Adjektiven bestehen zu lassen. Aber einfach kann ja jeder. Und jeder, der eine Postkarte aus dem Urlaub bekommt, weiß sicher mehr damit anzufangen, dass das "Wetter tagsüber warm und sonnig, aber abends angenehm kühl" ist, als dass es "leider geil" ist.
Und sollte jemand diesen Beitrag als "geilen Beitrag zur beschissenen Situation der deutschen Sprache" kommentieren, werde ich wütend mit Duden um mich werfen :-)
Montag, 23. April 2012
Kerze in der Tasse
Hier ist mein erstes DIY für euch:
Ich habe mir selbst ein Unikat mit ganz einfachen Mitteln hergestellt. Die Tasse habe ich für wenig Geld auf einem Flohmarkt gekauft. Dochte gibt es im Bastelladen für etwa 2,50€ im Zehnerpack. Und um an den Wachs zu kommen, habe ich einfach eine alte Kerze genommen. Ich habe sie ein wenig zerkleinert und in ein Wasserbad gegeben. Die Dochtreste habe ich mit einer Pinzette herausgefischt.
Dann habe ich den Wachs nur noch in die Tasse gegeben und gewartet bis er fest geworden ist. Kleiner Tipp: Damit der Docht der DIY-Kerze in der Mitte bleibt, kann man ihn am besten an einem Stift festbinden und vorher in der Mitte der Tasse positionieren.
Ich habe mir selbst ein Unikat mit ganz einfachen Mitteln hergestellt. Die Tasse habe ich für wenig Geld auf einem Flohmarkt gekauft. Dochte gibt es im Bastelladen für etwa 2,50€ im Zehnerpack. Und um an den Wachs zu kommen, habe ich einfach eine alte Kerze genommen. Ich habe sie ein wenig zerkleinert und in ein Wasserbad gegeben. Die Dochtreste habe ich mit einer Pinzette herausgefischt.
Dann habe ich den Wachs nur noch in die Tasse gegeben und gewartet bis er fest geworden ist. Kleiner Tipp: Damit der Docht der DIY-Kerze in der Mitte bleibt, kann man ihn am besten an einem Stift festbinden und vorher in der Mitte der Tasse positionieren.
Die Welt kann schön sein
Gerade eben habe ich im Radio etwas gehört, das mich fast zu Tränen gerührt hat. Sicher könnt ihr euch noch alle an die Tsunami-Katastrophe in Japan erinnern. Dabei haben sehr viele Menschen alles verloren. Genauso erging es einer japanischen Familie, die nur das retten konnte, was sie am Leib trug.
Vor einiger Zeit wurde an einem amerikanischen Strand ein Fußball mit einer Widmung angespült. Ein Mann hat ihn gefunden, mit nach Hause genommen und den Besitzer ausfindig gemacht. Es handelte sich dabei um den kleinen Jungen der japanischen Familie, von der ich gerade gesprochen habe. Der Mann hat dem Jungen seinen Fußball ein Jahr nach der Katastrophe zurückgeschickt.
Ich finde es absolut fabelhaft von dem Mann, dass er sich die Mühe gemacht hat, den Besitzer des Fußballes ausfindig zu machen, obwohl der Ball einfach an den Strand gespült wurde. Man hätte ihn auch gut - wie es die meisten gemacht hätten - liegenlassen können. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für den Jungen und seine Familie wie ein Zeichen wirkt, dass sie doch etwas - und wenn es nur ein Fußball ist - zurückbekommen haben, das sie schon längst für verloren hielten.
Der Mann gehört für mich zu den Menschen, die als "gut" bezeichnet werden. Ganz klar. Ich wünschte mir, es gäbe mehr davon. Und dass es mehr Menschen gibt, die etwas bekommen, von dem sie dachten, das sie es für immer verloren hätten.
Vor einiger Zeit wurde an einem amerikanischen Strand ein Fußball mit einer Widmung angespült. Ein Mann hat ihn gefunden, mit nach Hause genommen und den Besitzer ausfindig gemacht. Es handelte sich dabei um den kleinen Jungen der japanischen Familie, von der ich gerade gesprochen habe. Der Mann hat dem Jungen seinen Fußball ein Jahr nach der Katastrophe zurückgeschickt.
Ich finde es absolut fabelhaft von dem Mann, dass er sich die Mühe gemacht hat, den Besitzer des Fußballes ausfindig zu machen, obwohl der Ball einfach an den Strand gespült wurde. Man hätte ihn auch gut - wie es die meisten gemacht hätten - liegenlassen können. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für den Jungen und seine Familie wie ein Zeichen wirkt, dass sie doch etwas - und wenn es nur ein Fußball ist - zurückbekommen haben, das sie schon längst für verloren hielten.
Der Mann gehört für mich zu den Menschen, die als "gut" bezeichnet werden. Ganz klar. Ich wünschte mir, es gäbe mehr davon. Und dass es mehr Menschen gibt, die etwas bekommen, von dem sie dachten, das sie es für immer verloren hätten.
Sonntag, 22. April 2012
Entschuldigung - ein kleines Wort, das oft sehr schwierig ist und gern vergessen wird
Heute habe ich über einige Ecken erfahren, dass jemand sehr enttäuscht davon ist, wie ich mich im Laufe der Zeit verändert habe. Zuerst dachte ich, dass es doch ganz normal ist, wenn Menschen sich verändern - derjenige solle sich doch bitte deshalb nicht so aufregen. Dann habe ich aber doch ein wenig länger darüber nachgedacht, wie ich mich der Person gegenüber verhalten habe: Mal versetzt, mal im Vornhinein abgesagt, mal früher gegangen. Natürlich habe ich das nicht jedes Mal gemacht, aber manchmal ist mir wirklich etwas dazwischengekommen, manchmal hatte ich einfach keine Lust und manchmal wollte ich lieber etwas anderes machen.
Jetzt möchte ich mich entschuldigen. Und zwar ernsthaft. Es tut mir tatsächlich leid, dass ich mich teilweise wirklich blöd verhalten habe und den anderen dadurch verletzt habe. Schließlich hat er sich doch die Zeit genommen oder freigehalten, um etwas mit mir zu unternehmen. Erst als ich diesen Entschluss gefasst habe, ist mir aufgefallen, wie selten ich mich ernsthaft entschuldige und dass auch die Menschen um mich herum eher ein genervtes "'Tschuldigung" murmeln als zu sagen: "Du hast recht. Das war tatsächlich blöd von mir. Ich möchte mich entschuldigen". Woran liegt denn das? Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass man früher gerne mal von den Erwachsenen "gezwungen" wurde, sich bei einem anderen Kind zu entschuldigen, wenn man sich blöd verhalten hat. Jeder hat doch mal von seiner Grundschullehrerin gehört: "Gib ihm die Hand und entschuldige dich. Dann ist alles wieder gut." Und danach war doch tatsächlich alles wieder gut. Meistens hat man sich doch aber auch noch von sich aus entschuldigt und gefragt, ob man jetzt wieder miteinander befreundet sein könne.
Wann kam denn der Zeitpunkt, an dem es schwierig wurde, sich ernsthaft zu entschuldigen? Ich kann mich nicht daran erinnern. Aber ich glaube, es hat viel damit zutun, dass man sich - und dem anderen - in dem Moment der Entschuldigung seine eigene Schwäche eingesteht. Die eigene Schwäche ist in Zeiten von blankpolierten Lebensläufen aber wahrscheinlich das Letzte, das man sich ernsthaft vor Augen führen möchte. Auch oder gerade dann, wenn es um seine Freunde geht. Wir möchten uns nicht im Unrecht fühlen und schwächer sein als der andere. Auch wenn es nur um eine Sache geht, die wir gemacht haben. Deshalb murmeln wir lieber genervt als ernsthaft darüber nachzudenken, was wir getan haben. Denn irgendwie haben wir uns ja dann schon entschuldigt, ohne weiter darüber nachdenken zu müssen. Und der andere kann dann gar nicht mehr sauer sein.
Ich habe nun den Entschluss gefasst, mich morgen ernsthaft zu entschuldigen. Schwäche hin oder her - die Person ist es mir wert. Und wird mir die Schwäche sicher verzeihen - wir sind ja schließlich Freunde.
Jetzt möchte ich mich entschuldigen. Und zwar ernsthaft. Es tut mir tatsächlich leid, dass ich mich teilweise wirklich blöd verhalten habe und den anderen dadurch verletzt habe. Schließlich hat er sich doch die Zeit genommen oder freigehalten, um etwas mit mir zu unternehmen. Erst als ich diesen Entschluss gefasst habe, ist mir aufgefallen, wie selten ich mich ernsthaft entschuldige und dass auch die Menschen um mich herum eher ein genervtes "'Tschuldigung" murmeln als zu sagen: "Du hast recht. Das war tatsächlich blöd von mir. Ich möchte mich entschuldigen". Woran liegt denn das? Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass man früher gerne mal von den Erwachsenen "gezwungen" wurde, sich bei einem anderen Kind zu entschuldigen, wenn man sich blöd verhalten hat. Jeder hat doch mal von seiner Grundschullehrerin gehört: "Gib ihm die Hand und entschuldige dich. Dann ist alles wieder gut." Und danach war doch tatsächlich alles wieder gut. Meistens hat man sich doch aber auch noch von sich aus entschuldigt und gefragt, ob man jetzt wieder miteinander befreundet sein könne.
Wann kam denn der Zeitpunkt, an dem es schwierig wurde, sich ernsthaft zu entschuldigen? Ich kann mich nicht daran erinnern. Aber ich glaube, es hat viel damit zutun, dass man sich - und dem anderen - in dem Moment der Entschuldigung seine eigene Schwäche eingesteht. Die eigene Schwäche ist in Zeiten von blankpolierten Lebensläufen aber wahrscheinlich das Letzte, das man sich ernsthaft vor Augen führen möchte. Auch oder gerade dann, wenn es um seine Freunde geht. Wir möchten uns nicht im Unrecht fühlen und schwächer sein als der andere. Auch wenn es nur um eine Sache geht, die wir gemacht haben. Deshalb murmeln wir lieber genervt als ernsthaft darüber nachzudenken, was wir getan haben. Denn irgendwie haben wir uns ja dann schon entschuldigt, ohne weiter darüber nachdenken zu müssen. Und der andere kann dann gar nicht mehr sauer sein.
Ich habe nun den Entschluss gefasst, mich morgen ernsthaft zu entschuldigen. Schwäche hin oder her - die Person ist es mir wert. Und wird mir die Schwäche sicher verzeihen - wir sind ja schließlich Freunde.
Freude schenken - Wichteln
Ich bin seit einiger Zeit Mitglied beim Kleiderkreisel. Zuerst hab ich das nur gemacht, um einige Dinge aus meinem - typisch Mädchen - viel zu vollem Kleiderschrank weiterzugeben. Jetzt habe ich allerdings das Forum für mich entdeckt und bin dort auf etwas ganz Feines gestoßen: das Wunschlisten-Wichteln.
Die Idee ist echt schön und einfach zu erklären. Alle, die sich für diese Wichtelrunde angemeldet haben, posten im Forum ihre Wunschliste mit Dingen, die sie gern haben würden. Auf meiner Liste standen zum Beispiel Häkelzubehör, kleine Buddha-Figuren oder Stempel. Außerdem habe ich mir gewünscht, dass mein Wichtler mir etwas über sich selbst erzählt :-)
Anschließend sieht man sich die Wunschlisten der anderen Mitglieder an und wählt jemanden aus, dem man ein Paket schicken möchte. Damit die Spannung größer ist und niemand weiß, von wem man beschenkt wird, werden die Adressen durch den Starter der Wichtelrunde vergeben.
Nachdem ich die Adresse von meinem Wichtel bekommen habe, fing ich auch direkt mit den Vorbereitungen an: die Wunschliste immer wieder studieren, überlegen, woher ich die Sachen bekommen kann, was ich vielleicht auch selbst machen kann und immer wieder die Frage: Wird mein Paket meinem Wichtel gefallen?
Denn tatsächlich weiß ich nichts über diese Person, mal abgesehen von dem Namen und der Wunschliste. Und bei einer Wichtelrunde habe ich vorher auch noch nicht mitgemacht. Ich habe mich dann daran gemacht, alle Sachen zu besorgen oder rauszusuchen, wenn ich noch etwas Passendes zu Hause hatte. Mittlerweile ist mein Paket gepackt und wartet nur noch darauf, zugeklebt und zur Post gebracht zu werden.
Mir gefällt das Wunschlistenwichteln aus verschiedenen Gründen. Erstmal ist es spannend, sich Gedanken über ein schönes Paket für jemanden zu machen, den man überhaupt nicht kennt. Das war gar nicht so schwer wie ich zuerst gedacht habe. Natürlich hat es mir auch viel Freude bereitet als ich gesehen habe, wie sich mein Paket langsam aber sicher immer mehr gefüllt hat. Jetzt warte ich gespannt darauf, dass alle Pakete auf Wanderschaft gehen und mein Wichtel seines bekommt. Hoffentlich gefällt es ihm - ich habe mir schließlich viele Gedanken darüber gemacht. Ich kann es auch kaum abwarten bis das Paket meines Wichtlers bei mir ankommt. Ob er sich wohl sehr genau an meine Wunschliste gehalten hat oder vielleicht noch das eine oder andere Teil mitschickt, mit dem ich gar nicht rechne?!
Ich habe den Inhalt meines Wichtelpakets fotografiert und werde ihn später nachreichen, wenn die Wichtelrunde abgeschlossen ist. Sonst könnte meinem Wichtel ja die Überraschung genommen werden.
Und ich werde euch weiterhin auf dem Laufenden über diese Aktion halten, denn sowas macht einfach Spaß und sollte ruhig mal öfter gemacht werden. Denn schließlich ist es doch sehr, sehr nett von einem fremden Menschen, dass er sich Gedanken darüber macht, wie er mir eine Freude machen kann :-)
Die Idee ist echt schön und einfach zu erklären. Alle, die sich für diese Wichtelrunde angemeldet haben, posten im Forum ihre Wunschliste mit Dingen, die sie gern haben würden. Auf meiner Liste standen zum Beispiel Häkelzubehör, kleine Buddha-Figuren oder Stempel. Außerdem habe ich mir gewünscht, dass mein Wichtler mir etwas über sich selbst erzählt :-)
Anschließend sieht man sich die Wunschlisten der anderen Mitglieder an und wählt jemanden aus, dem man ein Paket schicken möchte. Damit die Spannung größer ist und niemand weiß, von wem man beschenkt wird, werden die Adressen durch den Starter der Wichtelrunde vergeben.
Nachdem ich die Adresse von meinem Wichtel bekommen habe, fing ich auch direkt mit den Vorbereitungen an: die Wunschliste immer wieder studieren, überlegen, woher ich die Sachen bekommen kann, was ich vielleicht auch selbst machen kann und immer wieder die Frage: Wird mein Paket meinem Wichtel gefallen?
Denn tatsächlich weiß ich nichts über diese Person, mal abgesehen von dem Namen und der Wunschliste. Und bei einer Wichtelrunde habe ich vorher auch noch nicht mitgemacht. Ich habe mich dann daran gemacht, alle Sachen zu besorgen oder rauszusuchen, wenn ich noch etwas Passendes zu Hause hatte. Mittlerweile ist mein Paket gepackt und wartet nur noch darauf, zugeklebt und zur Post gebracht zu werden.
Mir gefällt das Wunschlistenwichteln aus verschiedenen Gründen. Erstmal ist es spannend, sich Gedanken über ein schönes Paket für jemanden zu machen, den man überhaupt nicht kennt. Das war gar nicht so schwer wie ich zuerst gedacht habe. Natürlich hat es mir auch viel Freude bereitet als ich gesehen habe, wie sich mein Paket langsam aber sicher immer mehr gefüllt hat. Jetzt warte ich gespannt darauf, dass alle Pakete auf Wanderschaft gehen und mein Wichtel seines bekommt. Hoffentlich gefällt es ihm - ich habe mir schließlich viele Gedanken darüber gemacht. Ich kann es auch kaum abwarten bis das Paket meines Wichtlers bei mir ankommt. Ob er sich wohl sehr genau an meine Wunschliste gehalten hat oder vielleicht noch das eine oder andere Teil mitschickt, mit dem ich gar nicht rechne?!
Ich habe den Inhalt meines Wichtelpakets fotografiert und werde ihn später nachreichen, wenn die Wichtelrunde abgeschlossen ist. Sonst könnte meinem Wichtel ja die Überraschung genommen werden.
Und ich werde euch weiterhin auf dem Laufenden über diese Aktion halten, denn sowas macht einfach Spaß und sollte ruhig mal öfter gemacht werden. Denn schließlich ist es doch sehr, sehr nett von einem fremden Menschen, dass er sich Gedanken darüber macht, wie er mir eine Freude machen kann :-)
Hier ist ein Bild von einem Teil des Kartons, den ich verschicke. Mit vielen kleinen ausgestanzten Schmetterlingen, mit denen ich den zugeklebten Karton verzieren werde :-)
Abends um 10. Gelesen, darüber nachgedacht und verliebt
Meinen ersten Beitrag möchte ich dem letzten Buch, das ich gelesen habe, widmen. Es heißt Abends um 10 stammt von der neuseeländischen Autorin Kate de Goldi.
Es geht um einen Jungen namens Frankie, der sein Leben komplett organisiert hat, weil ihm alles Unbekannte furchtbare Angst macht. Naja, eigentlich macht ihm so ziemlich alles Angst. Wenn er sich den Kopf komplett darüber zerbrochen hat, was ihm so alles Schlimmes passieren könnte und schließlich der Meinung ist, dass ihm all das Schlimme auch passieren wird, setzt er sich zu seiner Mutter ans Bett und spricht mit ihr darüber. Das passiert immer abends um 10. So läuft sein Leben tagein und tagaus, bis eine neue Mitschülerin, Sydney ,seine Klasse besucht. Sie ist flippig, mutig und schert sich nicht darum, was andere denken oder was alles passieren könnte – und arbeitet gemeinsam mit Frankie an einem Schulprojekt. So lernen sich die beiden unterschiedlichen jungen Menschen kennen und erleben eine Welt, die sich gänzlich von der eigenen unterscheidet.
Das Buch hat mich kaum noch losgelassen. Auf der einen Seite ist es wahnsinnig lustig, wie Frankie manchmal das Leben in seiner Familie schildert, die nicht so ganz der Norm entspricht. Auf der anderen Seite zeigt sich Frankie immer wieder als sehr nachdenklicher Junge, der eine einfache Kleinigkeit so zerdenken kann, dass es für ihn den Anschein macht als würde er daran zugrunde gehen. Ich selbst gehöre auch zu den Menschen, die sich an kleinen, kaputten Gedanken so lange den Kopf zerbrechen, dass sie tatsächlich bedrohlich wirken können. Aus diesem Grund konnte ich so manche Panik von Frankie (vor beispielsweise einem merkwürdig aussehendem Hautauschlag) durchaus mit einem Lächeln verstehen. Besonders toll finde ich das Zusammenspiel von Frankie und Sydney. Sie könnten kaum unterschiedlicher sein und sind trotz einigem Unverständnis für das Leben des anderen, durchaus von einander fasziniert.
So manches Mal in meinem Leben hätte ich mir eine Mutter wie die von Frankie gewünscht. Die jeden Abend zur gleichen Zeit mit mir über meine größten Sorgen spricht und mir erklärt, dass nichts von dem, was für mich bedrohlich ist, wirklich schlimm enden wird. Vielleicht hätte ich dann so manchches im meinem Leben nicht kaputtgedacht, sondern einfach gewagt. Als mir dieser Gedanke kam, habe ich mich in das Buch verliebt. Denn ich bin gleichzeitig zu der Erkenntnis gekommen, dass es im Leben nie zu spät ist, sich ein wenig vom inneren Frankie zu lösen und stattdessen die Sydney in sich zu finden.
Dieses Buch gehört für mich – schon allein aufgrund des Alters der Protagonisten – zu den Jugendbüchern, obwohl dort auch recht erwachsene Themen angesprochen werden. Aber ich kann es nur jedem empfehlen, der vielleicht mal ein schönes Buch abseits des Mainstreams sucht!
Es geht um einen Jungen namens Frankie, der sein Leben komplett organisiert hat, weil ihm alles Unbekannte furchtbare Angst macht. Naja, eigentlich macht ihm so ziemlich alles Angst. Wenn er sich den Kopf komplett darüber zerbrochen hat, was ihm so alles Schlimmes passieren könnte und schließlich der Meinung ist, dass ihm all das Schlimme auch passieren wird, setzt er sich zu seiner Mutter ans Bett und spricht mit ihr darüber. Das passiert immer abends um 10. So läuft sein Leben tagein und tagaus, bis eine neue Mitschülerin, Sydney ,seine Klasse besucht. Sie ist flippig, mutig und schert sich nicht darum, was andere denken oder was alles passieren könnte – und arbeitet gemeinsam mit Frankie an einem Schulprojekt. So lernen sich die beiden unterschiedlichen jungen Menschen kennen und erleben eine Welt, die sich gänzlich von der eigenen unterscheidet.
Das Buch hat mich kaum noch losgelassen. Auf der einen Seite ist es wahnsinnig lustig, wie Frankie manchmal das Leben in seiner Familie schildert, die nicht so ganz der Norm entspricht. Auf der anderen Seite zeigt sich Frankie immer wieder als sehr nachdenklicher Junge, der eine einfache Kleinigkeit so zerdenken kann, dass es für ihn den Anschein macht als würde er daran zugrunde gehen. Ich selbst gehöre auch zu den Menschen, die sich an kleinen, kaputten Gedanken so lange den Kopf zerbrechen, dass sie tatsächlich bedrohlich wirken können. Aus diesem Grund konnte ich so manche Panik von Frankie (vor beispielsweise einem merkwürdig aussehendem Hautauschlag) durchaus mit einem Lächeln verstehen. Besonders toll finde ich das Zusammenspiel von Frankie und Sydney. Sie könnten kaum unterschiedlicher sein und sind trotz einigem Unverständnis für das Leben des anderen, durchaus von einander fasziniert.
So manches Mal in meinem Leben hätte ich mir eine Mutter wie die von Frankie gewünscht. Die jeden Abend zur gleichen Zeit mit mir über meine größten Sorgen spricht und mir erklärt, dass nichts von dem, was für mich bedrohlich ist, wirklich schlimm enden wird. Vielleicht hätte ich dann so manchches im meinem Leben nicht kaputtgedacht, sondern einfach gewagt. Als mir dieser Gedanke kam, habe ich mich in das Buch verliebt. Denn ich bin gleichzeitig zu der Erkenntnis gekommen, dass es im Leben nie zu spät ist, sich ein wenig vom inneren Frankie zu lösen und stattdessen die Sydney in sich zu finden.
Dieses Buch gehört für mich – schon allein aufgrund des Alters der Protagonisten – zu den Jugendbüchern, obwohl dort auch recht erwachsene Themen angesprochen werden. Aber ich kann es nur jedem empfehlen, der vielleicht mal ein schönes Buch abseits des Mainstreams sucht!
.... Hier bin ich nun....
... und möchte ein wenig aus meinem Leben erzählen. Es wird hier um alles gehen, was für mich wichtig ist. Deshalb hat mein Blog auch kein festes Oberthema, sondern ich schreibe über alles, was ich lese, selbstmache, höre, denke, fühle und gut finde :-) Ich freue mich über jeden, der sich die Zeit nimmt, sich das hier ein wenig durchzulesen und zu kommentieren.
Liebe Grüße,
Lavieka
Liebe Grüße,
Lavieka
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